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Was ist ein Freistellungsauftrag?

Kapitalerträge werden in Deutschland automatisch besteuert. Mit einem Freistellungsauftrag lässt sich diese Steuer ganz oder teilweise vermeiden.

Freistellungsauftrag

Für viele Menschen sind Zinsen, Dividenden und sonstige Kapitalerträge fester Bestandteil des Alltags. Häufig übersehen wird dabei: Auf diese Einnahmen fallen automatisch Steuern an, sobald sie dem Konto gutgeschrieben werden.

Es gibt jedoch einen einfachen Weg, einen Teil dieser Erträge vor dem automatischen Steuerabzug zu bewahren. Der Freistellungsauftrag bewirkt, dass Sparer ihre Gewinne wirkungsvoller einsetzen können.

Welche Bedeutung dem Freistellungsauftrag zukommt

Banken sind gesetzlich gehalten, Steuern auf Kapitalerträge sofort einzubehalten. Das geschieht unabhängig davon, wie hoch der persönliche Steuersatz tatsächlich ist.

Automatischer Steuerabzug ohne Freistellung

Fehlt ein Freistellungsauftrag, zieht die Bank folgende Abgaben ein:

  • Kapitalertragsteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • gegebenenfalls Kirchensteuer

Diese Beträge gehen unmittelbar an das Finanzamt, ohne dass der Kunde etwas dagegen tun kann.

Der steuerfreie Betrag je Jahr

Genau hier kommt der Freistellungsauftrag ins Spiel. Er ermöglicht es, Kapitalerträge bis zu einer festgelegten Höhe steuerfrei zu beziehen.

Der jährliche Höchstbetrag beläuft sich auf 1.000 Euro pro Person. Bei gemeinsam veranlagten Paaren sind es 2.000 Euro. Wie aufgeteilt wird, bleibt flexibel.

Solange sich die Erträge in diesem Rahmen bewegen, nimmt die Bank keinen Steuerabzug vor.

Unterschied zur NV-Bescheinigung

Die NV-Bescheinigung wendet sich an Personen mit sehr geringem Einkommen, die insgesamt keine Einkommensteuer entrichten müssen.

In diesem Fall bleiben Kapitalerträge vollständig steuerfrei, sofern die Bescheinigung vorliegt. Zu den typischen Gruppen gehören Studierende, Rentner oder Personen mit niedrigem Einkommen.

Beide Modelle schließen einander aus. Nutzbar ist stets nur eines von beiden.

Beantragung, Verteilung und nachträgliche Korrekturen

Ein Freistellungsauftrag muss aktiv eingerichtet werden. Ohne Antrag greift der Steuerabzug automatisch.

Der Antrag bei der Bank

Gestellt wird der Antrag direkt bei der jeweiligen Bank oder dem Anbieter. Der Kunde bestimmt dabei:

  • die Höhe des Freibetrags
  • die Laufzeit des Auftrags

Die meisten Banken stellen hierfür digitale Formulare bereit.

Mehrere Banken, ein gemeinsamer Höchstbetrag

Wer über mehrere Konten oder Depots verfügt, kann den Freibetrag aufteilen. Wesentlich ist, dass die Summe sämtlicher Aufträge den gesetzlichen Höchstbetrag nicht übersteigt.

Erstattung zu viel gezahlter Steuern

Wird der Freistellungsauftrag erst im weiteren Jahresverlauf eingereicht, lassen sich bereits gezahlte Steuern oft noch im selben Jahr zurückerstatten.

Nach Ablauf des Jahres ist eine Rückzahlung nur noch über die Steuererklärung möglich.

Anpassungen im Laufe des Jahres

Der Auftrag kann mehrmals geändert werden. Solche Änderungen wirken allerdings nur für das laufende Jahr.

Dafür legen Banken meist einen internen Stichtag fest, oft im Dezember.

Freistellungsauftrag für Minderjährige

Ebenso dürfen Kinder einen Freistellungsauftrag nutzen, sofern sie Kapitalerträge erzielen. Den Antrag stellen die gesetzlichen Vertreter.

Der Vorteil für Anleger

Ein richtig eingesetzter Freistellungsauftrag steigert die Nettoerträge spürbar. Er senkt nicht nur die Steuerlast, sondern erspart auch überflüssige Nacharbeit bei der Steuererklärung.

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Mark