Der Kauf auf Rechnung zählt mittlerweile zu den beliebtesten Zahlungsmethoden im Onlinehandel. Viele Verbraucher schätzen die Möglichkeit, die Ware zunächst zu begutachten und erst danach zu zahlen.
Hinter dieser auf den ersten Blick einfachen Lösung lauern jedoch Risiken. Abhängig von Zahlungsmodell, Anbieter und Vertragsbedingungen können zusätzliche Kosten entstehen, die sich erst im Nachhinein zeigen.
Welche Risiken beim Kauf auf Rechnung bestehen
Wenn die Rechnung nicht vom Händler stammt
Stellt der Händler die Rechnung selbst aus, verläuft der Ablauf meist übersichtlich. Die Zahlungsfrist beträgt oft zwischen zehn und dreißig Tagen, und zusätzliche Kosten fallen nicht an.
Anders verhält es sich, sobald ein externer Zahlungsdienstleister ins Spiel kommt. Dann wird die Forderung auf ein anderes Unternehmen übertragen. Der Kunde schuldet das Geld nicht länger dem Händler, sondern dem Zahlungsabwickler.
Dadurch ergibt sich ein Dreiecksverhältnis:
- Kauf beim Händler
- Rechnung vom Zahlungsdienstleister
- zusätzliche Vertragsbedingungen
Probleme bei Rücksendungen oder Mängeln
Bei einer Rückgabe oder wenn die Ware überhaupt nicht ankommt, kann es kompliziert werden. Oft stellen Zahlungsdienstleister dennoch eine Rechnung aus.
Der Kunde muss sich dann gleichzeitig an:
- den Händler
- den Zahlungsdienstleister
wenden. Bleibt die Zahlung aus, drohen Mahngebühren, selbst wenn der Sachverhalt noch offen ist.
Zusätzliche Gebühren durch Vertragsbedingungen
Mit dieser Zahlungsart stimmen Käufer häufig zwei unterschiedlichen AGB zu. Darin finden sich nicht selten:
- hohe Mahnkosten
- Verzugszinsen
- Inkassogebühren
Bereits geringe Fristüberschreitungen können dadurch ins Geld gehen.
Wenn aus einer Rechnung ein Inkassofall wird
Wird nicht fristgerecht gezahlt, leiten viele Zahlungsdienstleister rasch ein Mahnverfahren ein. Das kann zu:
- zusätzlichen Kosten
- aggressiver Zahlungsaufforderung
- formellen Betreibungsverfahren
führen, selbst wenn der ursprüngliche Kauf problematisch war.
Die Risiken der Ratenzahlung
Warum Raten fast immer teurer ausfallen
Ratenzahlungen wirken zwar entlastend, treiben jedoch meist den Endpreis in die Höhe. Anbieter setzen dabei auf verschiedene Modelle:
- feste Gebühren unabhängig vom Kaufpreis
- prozentuale Aufschläge
- höhere Kosten bei kleineren Beträgen
Damit werden Ratenzahlungen oft kostspieliger als gedacht.
Nachträgliche Ratenangebote sind besonders riskant
Wird die Ratenzahlung erst nach dem Kauf angeboten, ist der Gesamtbetrag eigentlich sofort zur Zahlung fällig. Die Teilzahlung geschieht freiwillig und fällt nicht unter das Konsumkreditgesetz.
Der Kunde zahlt dadurch:
- zusätzliche Gebühren
- ohne gesetzliche Schutzregeln
Die erste Rate gilt dabei meist automatisch als Annahme des Vertrags.
Fehlende Zahlungserinnerungen
Zahlreiche Systeme erinnern nicht an die weiteren Raten. Versäumte Zahlungen führen schnell zu:
- Mahnkosten
- Verzugszinsen
- zusätzlichen Verwaltungsgebühren
So wird aus kleinen Beträgen eine größere finanzielle Belastung.
Ratenzahlung mit Kreditkarten
Auch über Kreditkarten sind Teilzahlungen möglich, häufig zu hohen Zinssätzen. Manche Anbieter berechnen die Zinsen nicht erst ab Rechnungsstellung, sondern rückwirkend ab dem Kaufdatum.
Wird die Rechnung nicht in voller Höhe beglichen, steigen die Kosten schnell an.
So lassen sich Risiken vermeiden
Vor dem Kauf sollten Verbraucher:
- Vertragsbedingungen sorgfältig lesen
- Zahlungsfristen prüfen
- Anbieter vergleichen
- sich nicht zu spontanen Käufen drängen lassen
Für Ratenzahlungen bieten sich an:
- Lastschrift
- Daueraufträge
Auf diese Weise lassen sich zusätzliche Kosten und Zahlungsausfälle verhindern.